Werbung und Gesellschaft - SPD: "Recht auf ungesundes Leben"
BERLIN (zaw) - Die Generalsekretärin der SPD, Andrea Nahles, hat sich entschieden gegen staatliche Gängelung des privaten Lebens der Bürger auch durch Werbeverbote ausgesprochen. Immer mehr Details des täglichen Lebens würden schleichend staatlich reglementiert, so die SPD-Linke unter anderem mit Hinweis auf die "Fitnessideologie", Warnhinweise in der TV-Lebensmittelwerbung Frankreichs und Bevormundung im Konsumbereich Tabak. Die kulturellen Normen, wie man leben sollte, würden der Bevölkerung durch Gesetze, Werbebeschränkungen und Verbraucherhinweise mehr und mehr aufgezwungen.
"Dem rigiden Menschenbild widerspreche ich"
Nicht nur Konservative, sondern auch große Teile der Linken hätten keinen durchweg positiven Blick auf die Menschen, schreibt Andrea Nahles in ihrem jüngst erschienenen Buch 'Frau, gläubig, links - Was mir wichtig ist' (Pattloch Verlag, München). Zitat: "Der nörgelnde Unterton, der erzieherisch-rechthaberische Gestus, mit dem sie bis heute die Vorlieben und das Verhalten der einfachen Leute kritisieren, zeugen von einem tief verwurzelten Paternalismus, der in letzter Konsequenz trotz aller Selbstbestimmungsrhetorik doch darauf abzielt, durch beständige Erziehung und sozialtechnologische Optimierung einen neuen und besseren Menschen zu erschaffen, der sich möglichst genau in die vorgegebenen Passformen der Gemeinschaft einfügt. Diesem rigiden Menschenbild möchte ich widersprechen."
Konzept - Design - Entwicklung durch André Letzsch ...