Standpunkte

 

Andrea Belegante, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverband der Systemgastronomie e.V. (BdS),   plädiert in der Lebensmitteldiskussion für Mut und Vertrauen in die Entscheidungskraft jedes Einzelnen und sieht bei Kindern die Eltern in der Verantwortung.

Andrea Belegante, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverband der Systemgastronomie e.V. (BdS) 
Andrea Belegante, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverband der Systemgastronomie e.V. (BdS)

Zunehmende Regulierung entmündigt

Kinder sehen Werbung für Süßigkeiten und zuckerhaltige Getränke? Die Werbung für solche Produkte verbieten! Verbraucher müssen über hygienische Mängel in Restaurants informiert werden? Hygieneampel einführen! Der Gehalt von Salz, Zucker oder Fett in Lebensmitteln ist zu hoch? Unternehmen müssen die Inhaltsstoffe reduzieren!

Das sind einige Vorschläge im Umgang mit und zur vermeintlichen Lösung von komplexen Themen. Damit Sie mich nicht falsch verstehen: Kinder sollten tatsächlich nicht täglich Süßigkeiten verzehren. Verbraucher müssen wissen, wo sie unbedenklich eine leckere Mahlzeit essen können. Unternehmen haben eine Verantwortung, ihre Kunden über Inhaltsstoffe und Lebensmittelprodukte zu informieren.   Doch sind die oben genannten Maßnahmen die richtigen? Aus meiner Sicht sind sie es nicht. Mit Verboten und Einschränkungen werden Eltern, Verbraucher aber auch Unternehmen entmündigt. Eine notwendige Diskussion über Sinn und Durchführbarkeit der vermeintlichen Lösungen wird durch zunehmende Regulierung verhindert. Noch schlimmer: Verbote schaffen eine trügerische Sicherheit und entlassen die eigentlichen Adressaten aus der Verantwortung. Eltern müssen mit ihren Kindern reden und erklären, wieso es nicht jeden Tag Süßigkeiten gibt. Gastronomen müssen sich für die Qualität und Unbedenklichkeit ihrer Restaurants verbürgen. Unternehmen müssen wandelbar, für Herausforderungen gewappnet sein und sich an den Kundenwünschen orientieren. Diese Verantwortung würde durch Verbote ein Stück weit aus der Hand gegeben, mit dem Argument „Der Staat kümmert sich bereits darum“. Deshalb plädiere ich für Mut und Vertrauen, in die Entscheidungskraft jedes Einzelnen. Wir brauchen den mündigen Verbraucher, der nachdenkt und sich einbringt.

Andrea Belegante, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverband der Systemgastronomie e.V. (BdS)