Standpunkte

 

Für selbstbestimmte Bürger und die Freiheit in Verantwortung der Werbewirtschaft

Die Legislaturperiode des 18. Deutschen Bundestags wird im Oktober zu Ende gehen. Dies und der bevorstehende Bundestagswahlkampf sind für Christian Köhler, Hauptgeschäftsführer des Markenverbands, Anlass für eine kritische Analyse und einen warnenden Ausblick auf die stetig zunehmende staatliche Regulierung der kommerziellen Kommunikation.


Christian Köhler, Hauptgeschäftsführer Markenverband e.V. 
Christian Köhler, Hauptgeschäftsführer Markenverband e.V.

Fehlgeleitete Regulierung bedroht die Grundpfeiler unserer heutigen Gesellschaft

Die freie Kommunikation, die Entscheidungsfreiheit der mündigen Bürger und der freie Wettbewerb in einer Marktwirtschaft sind wesentliche Pfeiler für den wirtschaftlichen Erfolg und den Wohlstand unserer Gesellschaft, die ihre Leistungsfähigkeit weniger aus Rohstoffen, als vielmehr aus Wissen und Kreativität gewinnt. Rückblickend auf die zu Ende gehende Legislatur steht es nicht gut um den Einsatz der Politik für die Stärkung dieser Grundwerte unserer Gesellschaft.

Freie Kommunikation und damit Information als Basis von Orientierung und Differenzierung sind in einem nie dagewesenen Maß gefährdet. So standen wir im Sommer 2016 kurz vor der erstmaligen Einführung von Werbeverboten für legale und frei verkäufliche Produkte.

Auch wenn dieser fatale ordnungspolitische Dammbruch bis heute verhindert werden konnte, ist dies kein Grund für Entwarnung bei dem notwendigen Einsatz für Werbe- und Kommunikationsfreiheit. Das Bemühen der Politik, den werblichen Zugang zu ganzen Bevölkerungsgruppen über die öffentlich-rechtlichen Sender zu beschränken, hat genauso wenig nachgelassen, wie die Versuche, in Europa die nach Ländern differenzierte Kommunikation von Unternehmen im Internet zu verhindern. Und geradezu erschreckend ist, wie die Bürger, Souverän dieses Landes, in Bezug auf die Rezeption von Kommunikation als schützenswert und damit unmündig erklärt werden. Zudem bedrohen weitere der in Berlin und Brüssel erwogenen regulatorischen Vorhaben zur Beschränkung der Kommunikation von Unternehmen und Marken die unternehmerische Freiheit und wirken im Regelfall zerstörerisch auf den fairen Wettbewerb.

Beim Einsatz gegen die wachsende Tendenz zu staatlicher Regulierung geht es um Grundsätzliches: Wir reden von dem Erhalt der Rahmenbedingungen, die den selbstbestimmten Bürgern und der Markenfamilie Freiheit in Verantwortung sichern. Genau dieses Umfeld benötigen wir, um auch in Zukunft die Qualität, Leistungen und Innovationen von Produkten und Dienstleistungen unserer Gesellschaft in einer globalisierten Weltwirtschaft über Marke positionieren und differenzieren zu können.

Christian Köhler, Hauptgeschäftsführer Markenverband e.V.

 

Neue Standpunkte auf zaw.de am 24. Februar 2017.